2 Tag: Teamentwicklung – Synergien nutzen, 2. Teil

Auszug aus dem Lehrgang «Leadership & Management», für Trainer und Coaches

Wenn alle ihre Rollen im Team kennen und akzeptieren, geht es darum, die Teamarbeit zu koordinieren. Die Unternehmensziele und der organisatorische Rahmen geben den übergeordneten Auftrag und den Handlungsspielraum für das Team vor. Der individuelle Beitrag zur Umsetzung des Team-Auftrags sollte jedem Einzelnen bekannt sein. Fehlt dieser übergeordnete Arbeitszweck oder werden Ziele und Aufgaben als unklar oder wenig sinnvoll empfunden, dann kommt es zu Unsicherheiten und Reibungsflächen innerhalb des Teams und Konflikte sind die Folge.

Zum Einstieg ins Seminar und zur Sensibilisierung für die jeweilige Führungsthematik stellen wir den Teilnehmenden einleitend folgende Fragen:

Sind Zweck und Ziele des Teams bekannt? Sind die Aufgaben stärkenorientiert an die einzelnen Teammitglieder verteilt? Werden die Fortschritte von Aufgaben und Projekten regelmässig thematisiert und kontrolliert?

Vorgesetzte definieren und kommunizieren die Teamziele und sie erklären, wie die einzelnen Ziele aus der Gesamtstrategie abgeleitet wurden. Innerhalb des Teams werden Massnahmen und Aufgaben definiert und an die einzelnen Teammitglieder verteilt. Der Stand der Zielerreichung wird regelmässig diskutiert, beurteilt und die Arbeiten weiter optimiert.

Teams, die sich an übergeordneten Unternehmenszielen orientieren und die ihre Aufgaben, Verantwortungen und Befugnisse geklärt haben, sind effektive Teams.

Mit diesen Seminarzielen vor Augen vertiefen die Lehrgangsteilnehmer im zweiten Teil des Moduls «Teamentwicklung» folgende Themen, mittels Impulsreferaten und Gruppenarbeiten:

  • Regelung von Aufgaben, Verantwortungen und Kompetenzen

  • Zielvereinbarungen und Massnahmenplanung

  • Sitzungsmanagement

Wie die Inhalte dieses Seminars später in die Praxis umgesetzt wurden am konkreten Beispiel eines Produktionsbetriebs:

An einem zweitägigen Workshop mit der ganzen Belegschaft (rund 80 Mitarbeitende) wurde zuerst die Wertschöpfungskette des Unternehmens thematisiert. Danach diskutierten die einzelnen Teams ihren jeweiligen Anteil an der Wertschöpfungskette und ihre spezifischen Aufgaben. Es wurden «Aufgabenpakete» geschnürt und die Verantwortlichkeiten an die einzelnen Mitarbeitenden verteilt. Dabei wurden auch die Schnittstellen zu anderen Teams berücksichtigt. Am zweiten Tag präsentierte die Geschäftsleitung die übergeordneten strategischen Unternehmensziele, deren Bedeutung hernach wiederum in den einzelnen Teams diskutiert wurden und aus denen jedes Team einen Massnahmenplan erarbeitete, der im Plenum vorgestellt und von der Geschäftsleitung beurteilt und zur Umsetzung freigegeben wurde. Die Involvierung der Mitarbeitenden in die Strategiearbeit hat das Verständnis fürs Unternehmensgeschäft und das Engagement der Einzelnen nochmals merklich gesteigert.

Michael Bissig